Darf’s ein köstliches, süßes Mispeltörtchen mit Baiserhaube sein?
Unter den Wildfrüchten im November ist die Mispel meine absolute Lieblingsfrucht. Ihr feines, liebliches Aroma passt einfach perfekt in die dunkle Jahreszeit und zu vielen Süßspeisen. In meinen Mispeltartes mit Baiserhaube macht sie sich besonders gut!

Mispeltartes mit bunter Baiseerhaube. Vegan.
Darf’s ein köstliches, süßes Mispeltörtchen mit Baiserhaube sein?

Süße Mispeltartes mit veganer Baiserhaube – wie geht das?

Die Baiserhaube mache ich aus Aquafaba, dem Einkochwasser von Kichererbsen. Dafür kann man einfach das Einkochwasser aus einem gekauften Glas oder einer Dose verwenden. Man schmeckt die Kichererbsen nach dem Backen null durch und man erhält einen wunderbaren, veganen Eischnee. Damit klappt dann auch rein pflanzlicher Baiser ganz wunderbar.

Perfekt für einen rein pfSüße Mispeltartes mit veganer Baiserhaube.
Süße Mispeltartes mit veganer Baiserhaube. Perfekt für einen rein pflanzlichen Kaffeeklatsch.

Mispeltarts mit Baiserhaube, Mispelfruchtschicht und Mürbeteigboden

Unter der süßen, fluffigen Baiserschicht verbirgt sich eine köstliche Mispel-fruchtschicht. Diese habe ich aus dem, aus frischen Mispeln gewonnenem, Mispelmark puddingartig angedickt. Gebettet ist der Kuchen in einem lockerem, blättrigen Mürbeteigboden.

Mispeltarts mit Baiserhaube, Mispelfruchtschicht und Mürbeteigboden. Eine Tarte ist in der Mitte angeschnitten und man sieht die Schichten.
Mispeltarts mit Baiserhaube, Mispelfruchtschicht und Mürbeteigboden

Wilde Küche ist einfach lecker

In der Gastronomie gibt es immer mehr den Trend sich auf das Ursprüngliche zu konzentrieren, das heißt mit dem zu arbeiten, was man in der lokalen Natur vorfindet. Für mich war das schon immer eine Selbstverständlichkeit, denn ich sammle mit Leidenschaft Essbares im Freien, das ich dann in meinen Gerichten verarbeite.
Eine Symbiose aus dem was man in der Natur entdecken und ernten kann und dem was man später daraus mit gekauften Zutaten zubereitet.

Vegane Mispeltarte mit Baiserhaube.
Wilde Küche ist einfach lecker

Foraging – Erinnerungen mit Aromen wecken

Erinnerungen mit Aromen wecken, Essen das Geschichten erzählt. Wildwachsende Nahrungsmittel eignen sich meiner Ansicht nach besonders gut dafür.

Wilde Küche ist einfach lecker. Mit meiner Leidenschaft für Zutaten aus der Natur war ich dem Foraging Trend, einem der Food Trends dieses Jahr, ohne es zu wissen weit voraus. Und auf meinem Blog Daily Vegan findet Ihr viele leckere, saisonale Rezepte mit selbst gesammelten Zutaten oder mit anderen frisch geernteten, regionalen Zutaten. Falls Ihr mehr darüber wissen wollt, sehr Euch gerne meinen monatlichen Saisonkalender an. Oder mein kleines Pilzlexikon über heimische Speisepilze und mein Wildkräuterlexikon.

Vegane Baiserhaube auf Mispeltartes.
Veganer Baiser klappt genauso gut wie der aus Eiern

Mehr Rezepte mit Mispeln

Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest mehr mit Mispeln machen? Dann probiere auch diese Mispelrezepte von mir aus. Gleich hier auf Daily Vegan.

Frisch geerntete Mispeln.
Mispeln findet man selten, man sollte sie die Sträucher gut merken

Mehr Rezepte mit Wildfrüchten und alten Sorten

Mit diesen Rezepten kannst Du alte Früchte und Gemüse neu entdecken! Die wilde Küche ist nicht nur preisgünstig, sondern auch eine kulinarische Offenbarung. Neben Wildfrüchten, verwende ich in diesen Rezepten auch Früchte wie Quitten, die in der modernen Küche fast in Vergessenheit geraten sind.

Mispeltartes mit bunter Baiseerhaube. Vegan.
Unter den Wildfrüchten im November ist die Mispel meine absolute Lieblingsfrucht

Zeige mir Deine süßen Mispeltartes mit veganer Baiserhaube

Folge mir gerne auf Instagram oder FacebookUnd ich freue mich riesig, wenn Du meinen veganen Mispeltartelettes zubereitest und ein Foto davon postest, auf welchem Du meinen Account markierst. Denn ich finde es immer richtig toll und aufregend zu sehen, wie meine Rezepte in anderen Küchen zubereitet wurden!

Mispeltartes mit bunter Baiseerhaube. Vegan.
Zeige mir mir gerne auch Deine süßen Mispeltartes mit veganer Baiserhaube

Süße Mispeltartes – die Zubereitung in Bildern

Und hier ein paar Fotos zur Zubereitung, sowie Fotos frischer Mispeln, die Ihr für die Mispeltörtchen braucht. Mehr dazu, wie Ihr Mispeln erkennt und wie und wo sie wachsen, habe ich in meinem Rezept für Mispelchutney aufgeschrieben.

Mispeln hängen dicht behangen am Strauch
1. Mispeln am Strauch finden und ernten. (Man kann sie im Herbst auch in türkischen Supermärkten kaufen)
Frische Mispeln, die noch keinen Frost hatten
2. So sehen frische Mispeln aus, die noch keinen Frost hatten.
Passiertes Mispelmark in einer Schüssel, fertig zur Weiterverarbeitung
3. Die Mispeln ggf. nachfrosten. Dann presst man die Mispeln mit den Fingern aus und passiert das Fruchfleisch mit einem Löffel durch ein feinmaschiges Metallsieb. Hier das passierte Mispelmark, fertig zur Weiterverarbeitung.
Mürbeteigböden gefüllt mit Mispelpudding
4. Den Mispelpudding kochen und die vorbereiteten Mürbeteigböden damit füllen.
Flambieren der gebackenen, veganen Baiserhauben
6. Den veganen Baiser aufschlagen, auf die Tartes geben und im Ofen backen. Anschließend flambiere ich die gebackenen, veganen Baiserhauben noch, um eine karamellige Note hinzu zu fügen.
Vegane Mispeltartes mit Baiserhaube werden flambiert.
7. Beim Flambieren muss man schnell und vorsichtig arbeiten

Süße Mispeltartes mit Baiserhaube – backen im Spätherbst

Rezept von Sean MoxieGang: Dessert, KuchenKüche: Saisonal, Foraging, BackenSchwierigkeit: Mittel
Portionen

8

Portionen
Zubereitungszeit

20

Minuten
Kochzeit

1

Stunde 
Ruhezeit

2

Stunden 
Gesamtzeit

3

Stunden 

20

Minuten

Darf’s ein köstliches, süßes Mispeltörtchen sein? Alte Früchte neu genießen! Vegane Mispeltartes mit fluffiger Baiserhaube und Mürbeteig.

Zutaten

  • Vegane Mürbeteigböden:
  • 200 g Mehl

  • 1/4 TL Salz

  • 1 EL Zucker

  • 150 g vegane Butter oder sehr feste Margarine, kalt, in 1-2 cm großen Würfeln

  • 4-5 EL eiskaltes Wasser

  • Mispelfüllung:
  • 600 g Mispeln

  • 130 g Zucker

  • 350 g Seidentofu

  • 1/2 Zitrone, der Saft

  • 1 EL Zitronenschale, frisch gerieben (Bio)

  • 5 geh. EL Stärke, angerührt mit 100 ml kaltem Wasser

  • 1 Pr. Salz

  • Aquafababaiser:
  • 80 g Puderzucker

  • 120 ml Aquafaba (Kochwasser aus der Dose/Glas von Kichererbsen)

  • 1/4 TL Guarkernmehl

  • 1/4 TL Weinstein (gibt es im Internet zu bestellen. Auch Kaliumbitartrat oder Cream of Tartar.)

  • Küchenutensilien:
  • Küchenwaage

  • Messbecher

  • Schüsseln

  • Küchenmaschine oder Handmixer

  • Küchenspachtel

  • Frischhaltefolie

  • Nudelholz

  • Flotte Lotte oder feinmaschiges Sieb

  • Pürierstab

  • Kochtopf

  • Spritztüte mit Tülle

  • Optional: Flambiergerät

Zubereitung

  • Veganer Mürbeteig:
  • Mit einem Mixer 120 g Mehl, Salz und Zucker vermengen.
  • Die veganen Butterwürfel dazu geben und mixen bis sich ein pastenartiger Teig formt. Das passiert von alleine, nach einer ausgiebigen Krümelphase.
  • Die Schüssel rundum auskratzen, so dass der Teig locker in der Mitte liegt.
  • Das restliche Mehl dazu geben und kurz einmixen. Der Teig sollte jetzt wieder krümelig, zerbrochen aussehen.
  • Mixer beiseite legen und 4 EL eiskaltes Wasser über den Teig träufeln.
  • Mit einem Kuchenspachtel den Teig platt drücken und dadurch das Wasser einarbeiten. Sobald das Teigstück zusammen hält ist der Teig fertig. Sollte er noch auseinander fallen noch 1-2 EL Wasser mehr einarbeiten.
  • Den Teig auf einer sauberen Arbeitsfläche mit der Hand zu einem Klumpen kneten.
  • Diesen in Frischhaltefolie für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Dort kannst Du ihn aber auch bis zu zwei Tage lagern. Der Teig lässt sich daher sehr gut vorbereiten.
  • Den Backofen auf 170° Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Den Teig wenige Millimeter dick ausrollen und 8 eingefettete Tartelette-Förmchen damit auslegen.
  • Den Teigboden in den Förmchen mehrfach mit einer Gabel einstechen.
  • Für 12-15 Minuten im Ofen backen, bsi die Tarteletteböden goldig aussehen.
  • Füllung:
  • Die Mispeln sollten schon mindestens eine Nacht Frost im Freien abbekommen haben. Ist das nicht der Fall kann man sie auch über Nacht ins Gefrierfach legen.
  • Die Mispeln vollständig auftauen.
  • Nun geht es daran das Fruchtfleisch der Mispeln zu befreien. Dazu presst man die Mispeln am besten mit den Fingern aus und passiert das Fruchfleisch mit einem Löffel durch ein feinmaschiges Metallsieb. Alternativ kann man für das Passieren auch eine Flotte Lotte nehmen. Die Kerne der Mispeln sind relativ groß und grob und können nicht mit verarbeitet werden.
  • Das Mispelmark mit 200 ml Wasser und dem Zucker in einem kleinen Topf verrühren.
  • Aufkochen und dann 5 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.
  • Vom Herd nehmen und 10 Minuten abkühlen lassen.
  • Alle Zutaten für die Füllung und mit dem Mixer oder einem Pürierstab vermengen.
  • Den Mix in einem Topf unter Rühren erhitzen und köcheln bis die Mispelmasse dicklich wird und Blasen wirft. Es sollte ein gelartiger Pudding entstehen.
  • Die Füllung in die vorgebackenen Teigförmchen füllen und für 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Je nachdem wie groß und tief die Tarteletteförmchen sind, kann es sein, dass etwas Füllmasse übrig bleibt. Diesen leckeren Mispelpudding könnt man dann sofort naschen.
  • Vegane Baiserhaube:
  • Das Aquafaba aufkochen und köcheln lassen bis es etwa auf 2/3 reduziert ist.
  • Vollständig auskühlen lassen.
  • Den Backofen auf 90° Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Das Aquafaba in eine tiefe Metall- oder Glasschüssel (kein Plastik) geben und mit dem Mixer auf höchster Stufe 10 Minuten aufschlagen, bis ein fester veganer Eischnee entstanden ist. Die 10 Minuten dabei einhalten, auch wenn der Schnee schon vorher fest wirkt.
  • Nach und nach den Puderzucker untermixen, dann noch ein Mal ca. 5 Minuten mixen, lieber länger als kürzer.
  • Dann Weinstein und Guarkernmehl dazu geben und 2-3 Minuten einmixen.
  • Mit einem Spritzbeutel auf den Törtchen verteilen. Ich habe dabei noch etwas pinke, vegane Lebensmittelfarbe hinzu gefügt.
  • Für 45 Minuten im Ofen backen. Dann ist der Baiser weich und cremig. Wenn der Baiser fester werden soll, weitere 15-30 Minuten backen.
  • Um eine leicht bräunliche, karamellisierte Kruste auf dem Baiser zu erreichen, am Ende noch kurz mit einem Gasbrenner flambieren. Aber Vorsicht: der Baiser kann dabei sehr schnell verbrennen.
  • Vollständig abkühlen lassen. Die Törtchen dabei nicht abdecken, sonst zieht der Baiser Feuchtigkeit. Anschließend kann man die Törtchen für 1-2 Tage verschlossen im Kühlschrank lagern.

Guten Appetit!

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