Veronika – Seit 11 Jahren vegan – davon 10 Jahre mit Daily Vegan
Ein Gastbeitrag von Veronika aus Bochum.
Zum zehnjährigen Jubiläum von Daily Vegan, solltet Ihr, liebe Leser*innen, auch ein Mal zu Wort kommen. Ihr durftet Eure Gastbeiträge einreichen und erzählen, wie Euch Daily Vegan in den letzten Jahren kulinarisch oder auf Eurem veganen Weg begleitet hat.
Ich habe zwei sehr schöne, persönliche Einreichungen ausgewählt.
Hier die wunderbare Geschichte von Veronika, die 2015 im Provence-Urlaub vegan wurde und Daily Vegan schon gleich zu Beginn des Blogs, im Januar 2016, für sich entdeckte.
Ich habe mich im Sommer 2015 entschlossen, nur noch pflanzliche Lebensmittel zu essen.
Auslöser war ein Kochbuch („Vive la Provence“ von Heike Kügler-Anger), das ich mit in den Sommerurlaub nach Südfrankreich genommen habe. Beim Kauf sagte ich meiner Tochter „…ist vegan…keine Ahnung, was das ist…aber egal“. Beim Lesen in Barbentane nahe Avignon habe ich begriffen, was „vegan“ ist, und was es bedeutet. Je mehr ich las, umso mehr verstand ich Tierleid, ökologische und sozialökonomische Zusammenhänge. Die Rezepte des Buches sowie die üppige Vielfalt und Frische des Gemüses in der Provence, was ja dort in sommerlicher Wärme reifen darf, bis es geerntet wird, hat es mir in diesem Urlaub sehr leicht gemacht, rein pflanzlich zu kochen. Der Ehemann war skeptisch, die Tochter angetan. Die weitere Umsetzung zu Hause war erst mal schwierig, es war noch so gerade eben die Zeit, in der es außer Tofu und Sojamilch kaum Alternativprodukte gab.
Mit Daily Vegan gab es kompetente Anleitung und leckere Gerichte
Das selber Kreieren war mäßig erfolgreich und die Familie hat gemault. Dann fand ich bei meinen Recherchen im Januar 2016 Dich, Sean, mit Deinem neuen Blog „Daily Vegan“. Gerettet! Nun gab es kompetente Anleitung für leckere Gerichte. Das Erste, was ich ausprobiert habe, waren die „Albondigas“, spanische Hackbällchen in Tomatensauce. Himmlisch! Tochter war begeistert, und selbst der über die veränderte Küche verärgerte Mann war zufrieden. Es folgten weitere tolle Gerichte, meine Tochter verabschiedete sich daraufhin auch vom Fleisch. Mittlerweile hatte ich auch andere Blogs hinzu gezogen, aber die erste Anlaufstelle war (und ist) „Daily Vegan“.

Gans ohne Tier gegen Trennungsschmerz
Im Sommer 2021 ging meine Tochter nach dem Abitur für ein Jahr nach Schottland, und um den Trennungsschmerz etwas erträglicher zu machen musste ich was Verrücktes tun. Und gutes Essen hat mich immer schon getröstet. Na ja – so verrückt ist es vielleicht nicht, aber schon außergewöhnlich in meinem damals noch recht langweiligem Leben (so empfinde ich es heute).
Ich habe mich also mit einer Freundin meiner Tochter (die auch traurig über ihren Weggang war) verabredet, die „vegane Gans“ nachzubasteln.
Das war wirklich ein irres Ding, wir haben 5 Stunden lang geschnippelt, gebraten, geformt, geklebt…uns schlapp gelacht…Fotos für die Tochter bzw. Freundin in Schottland gemacht. Das Ergebnis sah toll aus! Es wurde festlich aufgetischt: mit Rotkohl und Klößen, abgerundet mit einem feinen Glas Rotwein. Leider mag ich keine Jackfruit (was ich erst an diesem Abend festgestellt habe), dennoch hat es geschmeckt.

Eine Radtour entlang Fulda und Weser – mit der Plantenköök als Ziel
In der Zwischenzeit hast Du, Sean, Dein Restaurant in Bremen, die Plantenköök, eröffnet. Da wollte ich unbedingt hin! Von Bochum aus erreichbar, aber nicht mal eben so.
Darum habe ich im Sommer 22 eine Radreise an Fulda und Weser entlang geplant. Alleine. Mit dem Ehemann kriselte es eh, und ich lieb es sowieso, mit meinem Rad und meinem Zelt allein durch die Welt zu vagabundieren. Ganz für mich sein ist ein Ausgleich zu meiner Arbeit, bei der ich ständig auf andere Menschen fokussiert sein muss.
Mitte Juli 22 bin ich dann mit meinem Rad und Reisegepäck in die Bahn gestiegen, und bin in Kassel meine Tour gestartet. Der Sommer war irre heiß, die Temperaturen waren im Schatten teilweise bei über 40° C.
Dar war nix mit täglichen langen Touren drin. Ich musste tageweise pausieren oder die Strecken verkürzen.
In Verden, nur eine Halbtagestour von Bremen entfernt, war meine Urlaubszeit definitiv zu Ende, ich musste mein Vorhaben abbrechen. Da hab ich lange mit gehadert, und das sollte unbedingt nachgeholt werden. …und dann musstest Du Dein Restaurant schließen…

Vegan leben – ein bedeutsamer Wendepunkt
Meine Entscheidung, vegan zu leben, die ich nun vor mehr als 11 Jahren getroffen habe, war ein bedeutsamer Wendepunkt:
- Ich schaue anders auf das Leben und auf unsere Welt.
- Ich erlebe Vieles bewusster und klarer.
- Ich bin wesentlich gesünder und selbstbewusster.
Daily Vegan hat mich entscheidend in diesem Prozess begleitet.




